|

,

Was hilft gegen den Berg aus KI-Fehlinformationen?

Screenshot eines Bluesky-Posts

Der große Grady Booch schrieb die Tage auf Bluesky (frei übersetzt):

„Bei der Recherche für meine Informatik-Dokumentation bin ich angewidert von der Menge an KI-Grütze, durch die ich waten muss. Kotzbrocken der Desinformation, vervielfacht durch unzählige hirnlose Quasselautomaten, machen es zunehmend schwierig, im Lärm die Wahrheit zu finden.

Dem Himmel sei Dank für meine Bibliothek aus echten, gedruckten Büchern, jedes eine Konversation mit einem echten denkenden, fühlenden Menschen.“
Grady Booch ist einer der Väter der modernen Softwareentwicklung. Er hat als Chief Scientist for Software Engineering bei IBM auch an deren KI Watson mitgewirkt. Der Mann ist der Technologie- und Fortschrittsfeindlichkeit sicher unverdächtig.

Sein Statement ist repräsentativ für jeden, der für seine Arbeit auf verlässliche Informationen angewiesen ist. Ob der Informationsbedarf eher pragmatisch spitz oder, wie hier, breit und umfassend ist, macht meiner Meinung nach keinen Unterschied. Ich sehe den Schwerpunkt seiner Aussage auch nicht bei „gedruckt“, sondern bei „echt“. Gemeint ist die Art, wie Fachbücher zustandekommen und das Qualitätsversprechen, das damit einhergeht.

Für Fachverlage sollte das die Orientierung sein, nach der viele heute vielleicht mehr als je zuvor suchen.

Zur Frage, wie digitale Fachinformationsangebote im Zeitalter der KI Chatbots aussehen müssen, passt ein anderes Zitat des Meisters wie die Faust aufs Auge (diesmal O-Ton):

„There is a vast difference in the architecture of a software-intensive system whose output must always be accurate and precise versus one whose output can just be good enough.“

Das ist die Orientierung und zugleich die große Herausforderung für uns als Technologielieferanten für Fachverlage.

Ihr Carsten Oberscheid

Nach oben scrollen