Wir arbeiten für Fachverlage aller Art. Unser größtes Fachinformationsportal umfasst weit über 20.000.000 Seiten Text (plus Metadaten plus Abbildungen etc.), das kleinste enthält genau eine Zeitschrift mit ein paar tausend Seiten über alle Jahrgänge. Unsere Kunden richten ihre Angebote unter anderem an Handwerker, Juristinnen, Apothekerinnen, Ingenieure, Mediziner, Verwaltungsangestellte, Studierende uvm. Die Use Cases reichen von der gezielten Suche nach einer konkreten Information über die breite Recherche eines Themas bis hin zu „ich will über aktuelle Entwicklungen in meinem Fachgebiet auf dem Laufenden bleiben“.
Allein diese drei Faktoren – Inhaltsmenge, Zielgruppe und Informationsbedürfnis – spannen schon einen großen Raum auf. Hinzu kommen weitere Aspekte, die den Nutzungskontext vervollständigen: Nutzung unterwegs, am Schreibtisch oder auf Couch? Recherche als Hauptaufgabe mit voller Konzentration oder als lästige Nebensache, die nur von „der richtigen Arbeit“ ablenkt? Sollen die Informationen irgendwie weiter verarbeitet werden oder reicht schiere Kenntnisnahme? Usw. usf.
Es liegt auf der Hand, dass diese Vielfalt nicht mit einer Einheitslösung bedient werden kann. Jedenfalls nicht gut. Ein Fachverlag, der im Wettbewerb bestehen will, muss sich auf seine Nutzer einlassen und ihnen so weit wie möglich entgegen kommen.
Voraussetzung dafür ist, die Nutzenden und ihre Nutzungskontexte zu kennen. Bloße Vermutungen und Anekdoten reichen nicht aus, sind aber immer noch erschreckend oft Entscheidungsgrundlagen in Fachverlagen. „Wir kennen unsere Kunden“ und „Ich war ja selbst früher <ZIELGRUPPE>“ dürfen auf keiner Projektanbahnungs-Bingokarte fehlen.
Wie macht man es richtig? Methodische Nutzerforschung (nein, das ist nicht dasselbe wie Marktforschung) mit einem breiten Spektrum zielführender Werkzeuge wie Nutzungskontextanalysen, Interviewstudien, Umfragen, Usability Tests uvm. schafft eine belastbare Grundlage für die nutzerorientierte Gestaltung digitaler Verlagsprodukte.
Das schließt die Auswahl der zu implementierenden Funktionen und der zu verwendenden Technologien ausdrücklich ein. „Wir müssen XYZ machen, weil alle jetzt XYZ machen“ ist eine viel schlechtere Grundlage für eine Investitionsentscheidung als „wir wollen XYZ machen, weil wir wissen, wofür unsere Kunden XYZ brauchen“. Auch wenn die Abkürzung nur zwei Buchstaben hat und mit I aufhört.
Deshalb halte ich die Nutzerforschung, Anforderungsanalyse und UX-Beratung für unser wichtigstes und nützlichstes Beratungsangebot. Weitere Infos dazu gibt’s über den Link im Kommentar.
Ihr Carsten Oberscheid

